#miteinanderleben: Der Klimawandel nagt auch an unseren Küsten

Neue soziale Fragen | Zukunftslabore
Der Strand von Langeoog © H. Drößler, Büro Filiz Polat MdB

Im August war ich auf Sommertour an der niedersächsischen Küste. Zu dieser schönen Region gehören auch die ostfriesischen Inseln. Langeoog war eine Station auf meiner Reise. Die Inselbewohner*innen müssen aktuell mit vielen Herausforderungen umgehen. Ein ganz entscheidendes Problem spielt sich allerdings dort ab, wo es jedes Jahr viele tausende Besucher*innen hinzieht: am Strand.

Hier spüren die Insulaner*innen den Klimawandel unmittelbar. Der steigende Meeresspiegel frisst sich immer weiter Richtung Dünen und lässt die Insel schrumpfen. Nur durch aufwendige und kostspielige Sandaufspülungen kann dieser Prozess verlangsamt werden. Für die Langeoogerinnen und Langeooger geht es hier aber nicht nur um ihren schönen Strand. Es geht auch um ihre Existenz. Denn hinter den Dünen und tief in der Erde befindet sich eine Süßwasserlinse, die die Insel – Einwohner*innen und Besucher*innen – mit Trinkwasser versorgt. Sollte Meerwasser in diese Süßwasserlinse vordringen, wäre der Trinkwasservorrat verloren.

Der Besuch hat mir erneut deutlich gemacht, wie wichtig unsere Arbeit gegen den weltweiten Klimawandel ist. Er richtet nämlich nicht mehr nur in weit entfernten Regionen der Welt Schäden an, die man schnell vergisst oder übersieht, sondern auch vor unserer Haustür. Die Nordseeinseln sind direkt betroffen. Davon konnte mir auch Maike Recktenwald berichten, die zusammen mit acht weiteren Familien aus Europa, Kenia und von den Fidschi-Inseln sowie einer Jugendorganisation aus Schweden die Europäische Union wegen zu geringer Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes verklagt.

Für mich ist klar, wir müssen den Klimawandel stoppen. Er bedroht uns alle.

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