#miteinanderleben: Ein Gast-Haus für Obdachlose in Dortmund

Neue soziale Fragen | Zukunftslabore
Markus Kurth mit EhrenamtlerInnen aus Dortmund

Mindestens 25 000 Menschen leben in Nordrhein-Westfalen auf der Straße, mehrere hundert sind es in Dortmund. Es ist ein heißer Sommertag im Juli, als ich in Dortmund die Wohnungsloseninitiative „Gasthaus“ besuche. Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit mit vielen Ehrenamtlichen der Dortmunder Wohnungslosenhilfe in Berlin zu diskutieren. Nun konnte ich das Gespräch vor Ort fortsetzen:

„Gasthaus statt Bank“ steht an der Fassade des leuchtend roten Hauses und das Motto ist Programm: Jeder ist willkommen und jeder Gast ist Teil der Gesellschaft und steht nicht wie so oft, an deren Rand. Hier können Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen ein Frühstück oder eine warme Mahlzeit bekommen, duschen oder sich beraten lassen. Die Hürden um das Gasthaus zu besuchen, sind niedrigschwellig und unbürokratisch. Die Menschen müssen weder ihren Ausweis vorzeigen, noch sich registrieren lassen wie an anderen Stellen. Das „Gasthaus“ stellt sogar eine medizinische Notfallversorgung für diejenigen zur Verfügung, die durch das Raster der Sozialverwaltung fallen. Das sind insbesondere aus Osteuropa zugewanderte Menschen. Bis zu 70 Patienten kommen in eine Sprechstunde.

Das Dortmunder „Gasthaus“ ist ein Positivbeispiel dafür, wie gesellschaftliche Teilhabe und #miteinanderleben gelingen kann. Hier öffnet sich allen Menschen unabhängig von Herkunft, Schicksal und sozialer Absicherung die Tür. Hier arbeiten mehr als 100 Ehrenamtliche daran die Auswirkungen sozialer Härten zu entschärfen und leisten regionale Hilfe vor Ort. Jeder Einzelne ist wertvoll und niemand sollte durch das soziale Netz fallen. Wir Grüne setzen uns für eine Garantie der sozialen Sicherung ein, bei der niemand mehr außen vor bleibt.

Bewegte Bilder vom Besuch gibt es hier bei Youtube.

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