Zukunftslabor „Neue soziale Fragen“

Neue soziale Fragen | Zukunftslabore

Viele Menschen sind mehr und mehr von der gesellschaftlichen Teilhabe abgehängt: Weil der Bus auf dem Land nicht fährt oder weil die Mieten in der Stadt zu hoch sind. Weil in zwei Jobs gearbeitet wird, um dem Kind die Musikschule zu finanzieren. Weil die ärztliche Versorgung im Dorf Sorge bereitet. Weil Altersarmut einsam macht oder Kinderarmut ausgrenzt. Weil der Job aufgrund des fremden Nachnamens doch an jemand anderes geht. Weil auf schnelles Internet schon seit Jahren gewartet wird. Was für einige selbstverständlich, ist für andere unerreichbar.

Die neuen sozialen Fragen gehen weit über die übliche Sozialpolitik hinaus: Wir reden über Freiheit und Selbstbestimmung, soziale Spaltung und regionales Abgehängtsein, über die Auswüchse des Kapitalismus und der Marktwirtschaft, die neue Ungerechtigkeiten zementieren. Und wir sehen, dass sich Sozialpolitik längst nicht mehr nur regional und national lösen lässt, sondern wir das Thema auch noch mehr europäisch und international denken müssen.

#miteinanderleben

Wie man lebt, wird zunehmend bestimmt durch die Frage, wo man lebt. Regionale Unterschiede können die Auswirkungen sozialer Härten erheblich verschärfen. Ungleichheit gebiert Neid und lässt gesellschaftlichen Zusammenhalt erodieren. Soziale Fragen und regionale Ungleichheit müssen oftmals gemeinsam beantwortet werden. Es ist an der Zeit, dieses Versprechen nach der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu erneuern und gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen aber auch mit der Zivilgesellschaft nach neuen Wegen zu suchen, wie es eingelöst werden kann.  Aber was bedeutet „Gleichwertigkeit“ und in welchen Lebensbereichen brauchen wir sie? Wieviel Ungleichheit ist Ausdruck lebendigen Pluralismus und wann bedroht sie den Zusammenhalt der Gesellschaft?

#arbeitvonmorgen

Durch Digitalisierung verändert sich unsere Arbeitswelt grundlegend. Nicht nur entstehen gänzlich neue Berufsbilder, auch unsere Art zu arbeiten wird vielfältiger. Für die Einen bedeutet das neue, sich ständig ändernde Möglichkeiten in der Arbeitsorganisation. Andere können von ihrer Arbeit kaum leben. Schon jetzt ist klar, Automatisierung und Algorithmen werden manche Berufsgruppen überflüssig machen. Aber wenn Arbeit wegfällt, welche Arbeit wird neu entstehen? Brauchen wir eine andere Finanzierung des Sozialsystems? Wie muss es überhaupt beschaffen sein, wenn weniger arbeiten? Und was verstehen wir in Zukunft überhaupt unter Arbeit, wenn diese nicht mehr allein auf den Lohnerwerb ausgerichtet ist?

#ökosozial

Ökologische Modernisierung bringt große gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Aber Ökologie war schon immer eine soziale Frage, wenn die Wasserpreise durch die Belastung der Agrarindustrie steigen oder sich Energieeffizienz beim Wohnen nicht jeder leisten kann. Auch stehen an den Straßen mit der höchsten Luftverschmutzung zumeist keine Villen. Wie können wir die ökologische Modernisierung sozial gestalten? Wie schaffen wir es, dass alle davon profitieren und Öko und Sozial Hand in Hand gehen?

Autorin