Zukunftslabor „Gerechte Globalisierung“

Gerechte Globalisierung | Zukunftslabore

Die letzten Jahrzehnte haben eine immer stärkere und engere wirtschaftliche Verflechtung erbracht. Heute ist die wirtschaftliche Verflechtung so eng wie nie. Weltweit ist dabei neuer Wohlstand entstanden. Menschen, insbesondere in Asien, haben den Sprung aus der Armut geschafft.

Doch die ungezügelte ökonomische Globalisierung hat unübersehbare Schattenseiten. Die Wohlstandsgewinne sind ungleich verteilt, auch in den Industriestaaten profitierten viele nicht davon. In vielen Entwicklungsländer haben die Ausbeutung von Mensch und Natur zugenommen. Eine kleine Elite von Superreichen besitzt so viel Vermögen, wie die ganze ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. Soziale, ökologische und demokratische Errungenschaften stehen unter dem Druck der Verlagerung von Produktionsstätten. Die Globalisierung lastet durch massiven Verkehr und die Verlagerung dreckiger Produktionsstätten schwer auf dem Planeten.

Die Probleme einer ungezügelten Globalisierung führen nun gerade in den westlichen Staaten zu einem Umdenken. Der Brexit, der Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump und die in der Folge nationalistische Agenda von Zollerhöhungen und -androhungen sind Belege dafür. Gleichzeitig betreibt China eine immer aggressivere ökonomische Außenhandelspolitik. Der aktuelle Konflikt scheint sich zwischen den Polen Freihandel und Protektionismus abzuspielen. Die Debatte um eine gerechte Globalisierung hingegen ist ins Stocken geraten. Doch dabei sind die massiven Proteste und Vorbehalte gegen die mega-regionalen Abkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) noch gar nicht lange her.

Die grüne Bundestagsfraktion hat sich stets gegen Protektionismus und gegen ungezügelte Märkte gewandt. Unser Ziel ist eine Globalisierung von der möglichst viele Menschen profitieren, wo Unternehmen dort ihre Steuern bezahlen, wo sie öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen, die Klima und Umwelt schützt – kurz: Wir wollen das Heft des Handelns wieder in die Hände der Politik geben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wollen wir diese Haltung erneut kritisch hinterfragen und weiterentwickeln. Hierfür werden wir in öffentlichen Veranstaltungen folgende Fragestellungen in den Blick nehmen:

  • Demokratische Regulierung der Globalisierung – in welchem Rahmen und durch wen?
  • Eine Welt – Nord-Süd Gefälle – wie wollen wir die Beziehungen gerechter gestalten?
  • Sozialer Zusammenhalt – wie verteilen wir um von den Globalisierungsgewinnern zu den Globalisierungsverlierern?

Gerne möchten wir Sie und Euch einladen, mit uns diese Fragen zu beantworten.

Autor

Fraktionsvorsitzender